KLARTEXT

Ideale Kooperationen

In zwei benachbarten Industriegebieten einer kleinen Bergischen Stadt waren einmal ein Kunststoffteilehersteller und ein Sondermaschinenbauer für Prüf- und Montageautomaten. Die Chefs kannten sich und grüßten sich. Sonst nichts. Ich hatte beide Unternehmen schon einmal besichtigt, kannte die Produkte und ein paar Probleme. Neue Kunden und Aufträge hätten beiden gut getan. Deshalb lud ich die beiden Chefs auf ein Weißbier ein und erklärte Ihnen, dass Ihre Produkt möglicherweise zu identischen Kunden fließen. Da sie ja keine Konkurrenten seien, sollten sie doch einfach einmal die Kundenlisten nebeneinanderlegen. Das fanden beide gut. Dann fragte ich, ob sie sich vorstellen könnten, sich wechselseitig über Produktentwicklungsprojekte bei ihren Kunden zu informieren. Auch das wurde bejaht. Die nächste Stufe, so erklärte ich, wäre die gemeinsame Abgabe von Angeboten. Dabei können man dem Kunden erklären, dass es wesentlich einfacher und kostengünstiger sei, wenn die beiden Partner alle technischen und organisatorischen Abstimmungen auf kurzem Weg erledigen könnten. Dies sei ein wesentlicher Vorteil für die beiden Lieferanten und eine große Entlastung für den Kunden. Und die alleinige Verantwortung für die technische Realisation läge bei Auftragnehmern. ´Das wird Kunden überzeugen´, war der Kommentar der beiden Unternehmer. Bei meinem Rundgang in den Hallen des Maschinenbauers hatte ich bemerkt, dass große Flächen leer standen. Deshalb lag es nahe, meine letzte Empfehlung auszusprechen. Man könnte doch den Kunden anbieten, nicht nur Kunststoffteile und Montageautomaten anzubieten, sondern fertige Baugruppen. Dies wäre doch sicherlich ein weiteres Argument bei der Akquisition und ein bedeutendes Differenzierungsmerkmal gegen andere Mitbewerber. An dieser Stelle kam fast so etwas wie Bergische Begeisterung auf. Ich liebe solche Abende.